Handaufzucht Jungkatzen

Handaufzucht Jungkatzen

Gerade in den Frühjahr- und Sommermonaten kommt es wiederholt vor, dass man verwaiste Katzenwelpen findet, die aufgrund ihres zu geringen Alters noch nicht selbstständig fressen können. Hier ist schnelles Handeln gefragt, da man oft nicht weiß, wie lange das Katzenbaby schon keine Muttermilch mehr hatte. Die Gefahr des Austrocknens gerade in den heißen Monaten ist sehr oft gegeben. In dieser Zeit erreichen uns immer viele besorgte Anrufe und vor allem kommt die Frage auf, „was tun?“

Was wir tun:

Auf unseren Pflegestellen werden die verwaisten Jungkätzchen per Flaschenfütterung aufgezogen. Je nach Alter des Kätzchens, benötigt es etwa alle zwei bis vier Stunden eine spezielle Aufzuchtsmilch (keine Kuhmilch und keine normale Katzenmilch füttern!)

Wir bitten herzlich darum: Kätzchen, die offensichtlich in Not sind nicht selbstständig versuchen aufzupäppeln, da es oft medizinischer Versorgung sowie Erfahrung bedarf!

Die Aufzuchtsmilch für Kätzchen, die schon eigenständig trinken können, bekommt man im Tierfachmarkt oder beim Tierarzt (Kitten sollten Muttermilch bzw. Aufzuchtsmilch bis mind. zum 8. Lebensmonat bekommen, da sie für das Immunsystem wichtig ist). Sie wird für jede Fütterung frisch mit abgekochtem Wasser angerührt. Wasser abkochen – abkühlen auf ca. 50°C, dann Pulver abgemessen zugeben, in einem Fläschchen gut schütteln und mit einem Flaschenthermometer (im Babyfachhandel erhältlich) auf die trinkfertige Temperatur prüfen von ca. 38°C.

Achtung: Das Milchpulver muss völlig aufgelöst sein.                 

Wie bereits erklärt müssen sehr kleine Katzenwelpen von erfahrenen Tierschützern gefüttert und betreut werden, da es hierbei oft zu Komplikationen kommen kann. Die Fütterung mit einer Einwegspritze (ohne Kanüle) ist nicht zu empfehlen, da eine große Gefahr besteht, den Kitten die Milch dabei in die Luftröhre zu spritzen.

Die Kätzchen dürfen bei der Fütterung mit einer Flasche nicht auf den Rücken gedreht werden. Außerdem muss beachtet werden, dass die Schnulleröffnung kein Loch, sondern ein gekreuzter Schlitz ist. Dies kann man mit einer feinen Messerklinge in den Flaschenschnuller ritzen. Zu große Schnulleröffnungen und die falsche Haltung könnten dazu führen, dass das Kätzchen die Milch in Luftröhre und die Lunge bekommt, was tödlich enden kann. Nach jeder Mahlzeit wird das gesamte zur Fütterung benutzte Equipment gründlich gespült und ausgekocht.

Nach der Mahlzeit gilt es, eine weitere wichtige Aufgabe der Katzenmama zu übernehmen: Die Verdauung des Kätzchens anregen! Dazu muss das Bäuchlein sanft massiert werden, mit kleinen, streichelnden Bewegungen, immer nach unten, dem Schwänzchen zu. Nimmt man dazu ein in warmen Wasser ausgedrückten Wattebausch, kann man damit gleich prima den abgegebenen Urin und Kot aufnehmen und das Hinterteilchen schön abwaschen. Das Kleine wird danach gleich wieder trocken gemacht, sonst entzieht die Verdunstungskälte zu viel Körperwärme.

Sollten Verdauungsprobleme auftreten wie z.B. Verstopfung, Blähungen oder Durchfall, so muss man sich umgehend an einen Tierarzt wenden.

Im Alter von etwa vier Wochen fängt man an vermustes Katzenkinder-Dosenfutter unter die Milch zu mischen und den Anteil allmählich zu steigern.

Zeitgleich bietet man Aufzuchtsmilch aus einer Schale an. Ab der fünften Woche füttert man vermustes Katzennassfutter und erste Kroketten eines hochwertigen Katzentrockenfutters. Entsprechend der Nahrungsaufnahme wird die Aufzuchtsmilch reduziert, aber bis zur 8. Woche als Flüssigkeit weitergefüttert.
Die Erziehung zur Sauberkeit läuft fast von allein. Bis zum Alter von etwa drei Wochen muss man mittels Klopapier und ständigem Wechseln der Unterlagen nachhelfen, aber dann geht es gewöhnlich ganz schnell, dass das Kleine selbstständig das Katzenklo aufsucht. Sowie es mobil genug auf den eigenen Beinchen ist, muss man es ihm eigentlich nur ab und zu zeigen.

Zu gegebener Zeit sollte man mit dem Tierarzt den Zeitpunkt der ersten Entwurmung und Impfung absprechen.

Wir raten jedoch nochmals, sich mit mutterlosen Jungtieren vorerst an den Tierschutz Fulda zu wenden unter Tel.: 0661/604903

Ebenso raten wir nicht übereifrig die Jungtiere aus ihrem Nest zu holen, da die Mutter ihre Kleinen natürlich auch ab und zu alleine lässt, wenn sie auf die Jagd geht.

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