Herbstzeit ist Igelzeit

Herbstzeit ist Igelzeit

Herbstzeit- Igelzeit

Die Hauptwurfzeit der Igel ist in den Monaten August und September. Meist sind die Nester unter Gebüschen, in Hecken oder unter Laub-/Asthaufen angelegt. Aber auch unter Planen oder anderem Abdeckmaterial können sich Igelnester mit Säuglingen befinden. Wir bitten Sie, solche Standorte zu belassen um dem Igel eine erfolgreiche Aufzucht seiner Jungen zu ermöglichen.
Sollten Sie versehentlich auf ein Igelnest mit Jungen stoßen, so bitten wir Sie, nichts zu verändern und sich unverzüglich zu entfernen. Igelmütter vertragen Störungen am Nest sehr schlecht. Stress, ausgelöst durch eine Störung, kann dazu führen, dass die Igelmutter ihren Nachwuchs verlässt oder gar tötet. Im besten Falle zieht sie mit dem Nachwuchs in ein anderes Nest um. Auch dies ist für das Muttertier eine Strapaze. „Notnester“ haben zudem nicht die Qualität des ursprünglichen Nestes – weder in Bezug auf den Standort noch in der Ausführung des Nestes. Eine erfolgreiche Aufzucht der Jungen wird dadurch erschwert.
Verwaiste Igelsäuglinge kriechen tagsüber aus dem Nest und melden sich durch vogelähnliches „Gezwitscher“. Sollten Sie verwaiste Säuglinge finden, erhalten Sie durch uns Erste Hilfe und Unterstützung.

Der Kernpunkt bei der Aufzucht verwaister Säugetiere ist die richtige Ernährung. Bei der Wahl einer Ersatz-Muttermilch wird man sich vernünftigerweise an der Zusammensetzung der natürlichen Muttermilch orientieren. Wie speziell die Igelmuttermilch beschaffen ist, wissen wir erst seit kurzem dank der Forschungen an der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Igelmuttermilch ist eine extrem konzentrierte energie- und fettreiche Milch. Den Hauptteil der Energie (ca. 70 %) liefert das Milchfett, auf Protein entfallen rund 30 %, Laktose (= Milchzucker) ist nur in Spuren nachweisbar. Vergleicht man die Igelmuttermilch mit der Milch verschiedener Haustierarten, so ergeben sich insgesamt hohe Mineralstoff- und Spurenelementgehalte. Im Lauf der Säugezeit steigen die Eiweiß- und Fettgehalte in der Muttermilch an, während der Laktosegehalt etwa gleich bleibt. Bei der Wahl einer verträglichen Ersatzmilch muss nicht nur der prozentuale Anteil von Eiweiß und Fett, sondern auch deren Verhältnis zum Laktosegehalt im Auge behalten werden.
Bewährt hat sich bei der Aufzucht verwaister Igelsäuglinge das Präparat Esbilac oder Gimpetmilch, das zur Aufzucht von Welpen entwickelt wurde.


Mit der Spezialmilch aufgezogene Igelsäuglinge entwickeln sich  normal, wenn man möglichst früh damit beginnt, sie an selbständige Nahrungsaufnahme zu gewöhnen. Die Ersatzmilch wird dann mit feinpüriertem Tatar bzw. Rührei angereichert, so dass nun eine gute Versorgung mit Eiweiß und Fett gewährleistet ist. Keinesfalls darf man versuchen, Igelbabys mit Ersatzmilchpräparaten für Menschensäuglinge oder mit Kuhmilch aufzuziehen!

Der Laktosegehalt in diesen Produkten ist viel zu hoch und führt unweigerlich zu schweren Durchfällen bzw. sogenannten Blähbäuchen, an denen die Tiere meist sterben.

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